Der Garten im Juni
Sonnenliebende Pflanzen erkennen
Sonnenliebende Pflanzen erkennt man oft an ihrer Blattgröße und -struktur. Typisch sind kleine, feste oder ledrige Blätter, die wenig Wasser verdunsten und Hitze gut vertragen. Diese Anpassung schützt die Pflanze vor dem Austrocknen in voller Sonne. Beispiele sind Lavendel mit seinen schmalen, silbrigen Blättern, Rosmarin mit nadelartigen, aromatischen Trieben oder der Oleander, dessen ledrige Blätter selbst in heißen Sommern standhaft bleiben. Auch Thymian, Salbei und viele Steingartenpflanzen wie Sedum oder Hauswurz bevorzugen sonnige, trockene Plätze. Wer also Pflanzen mit eher kleinen, derben Blättern sieht, kann davon ausgehen: Diese Arten fühlen sich an vollsonnigen Standorten besonders wohl - ideal für Balkon, Terrasse oder Garten in Süd- oder Westlage.
Unterschiede zwischen „bestimmten“ und „unbestimmten“ Tomatensorten
Tomaten werden in bestimmte (Busch- oder Balkontomaten) und unbestimmte Sorten (Stabtomaten) unterteilt. Unbestimmte Tomaten wachsen unbegrenzt in die Höhe, oft über zwei Meter. Sie bilden laufend neue Blüten und tragen über einen langen Zeitraum Früchte. Damit sie gesund bleiben und viele aromatische Tomaten reifen, müssen sie regelmäßig ausgegeizt und angebunden werden. Bestimmte Tomaten hingegen wachsen nur bis zu einer festgelegten Höhe, meist unter einem Meter. Sie verzweigen sich stark, tragen ihre Früchte fast gleichzeitig und benötigen weder Ausgeizen noch viel Stütze. Dadurch sind sie ideal für Töpfe oder kleine Gärten. Wichtig: Wer viele Wochen lang ernten will, sollte unbestimmte Sorten wählen. Wer es pflegeleicht mag, ist mit bestimmten Sorten gut beraten.
Knoblauchblüte abschneiden oder belassen?
Das Abschneiden der Knoblauchblüte lohnt sich, wenn man große, lagerfähige Knollen ernten möchte. Denn die Blütenentwicklung verbraucht viel Energie, die ansonsten in das Wachstum der Knoblauchzwiebel fließt. Entfernt man sie frühzeitig, meist sobald sich der geschwungene Blütenstängel zeigt, entwickelt sich der Knoblauch kräftiger und die Zehen werden größer. Der Blütenstand sollte mit einem scharfen Messer oberhalb der Blätter abgeschnitten werden. Ein zusätzlicher Vorteil: Die abgeschnittenen Blütenstängel, auch Scapes genannt, sind essbar und schmecken aromatisch. Sie lassen sich braten, grillen oder zu Pesto verarbeiten. Wer jedoch Samen gewinnen oder den Knoblauch blühen lassen möchte, kann die Blüte stehen lassen - muss aber kleinere Knollen in Kauf nehmen. Für den besten Ertrag: Blüte ab, Kraft zur Knolle!
Biodiversität und kleingärtnerische Nutzung passen ideal zusammen
Biodiversität und kleingärtnerische Nutzung passen ideal zusammen - und jeder kann sie gezielt fördern. Setzen Sie auf Vielfalt statt Einfalt: Kombinieren Sie Gemüse, Kräuter, Beerensträucher, Blumen und einige Wildpflanzen. Diese Mischung bietet Nahrung und Lebensraum für Insekten, Vögel und Bodenlebewesen. Schon kleine Strukturen machen den Unterschied: Eine Hecke, ein Totholzhaufen, ein Kompostplatz oder eine flache Wasserschale schaffen wichtige Rückzugsorte. Verzichten Sie auf chemische Pflanzenschutzmittel und greifen Sie lieber zu organischem Dünger wie Kompost. Traditionelle und samenfeste Sorten erhalten zudem die genetische Vielfalt unserer Nutzpflanzen. Gerade in der Stadt wirken Kleingärten als grüne Trittsteine zwischen Parks und Grünflächen. Mit naturnahem Gärtnern tragen Sie aktiv zum Artenschutz bei - und profitieren selbst von gesunden Pflanzen, reicher Ernte und einem lebendigen Garten.
© Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e. V., Juni 2026